Einführung

Einführung

Auf dieser Seite stellen wir Ihnen ein Projekt vor, das wir gemeinsam mit ärztlichen Kollegen aus Munkacs und der Evangelisch-Reformierten Gemeinde in Munkacs/Karpatoukraine im Jahre 1996 begonnen haben. Wir hatten das Glück, Partner vor Ort zu finden, die Visionen hatten und auch die Kraft, diese umzusetzen.

Unser Ziel war und ist es, eine menschenwürdige medizinische Versorgung der Bevölkerung in einer der ärmsten Regionen Europas mit aufzubauen und zu begleiten.

Begonnen haben wir mit der Unterstützung des staatlichen Krankenhauses in Munkacs, im weiteren Verlauf lag der Schwerpunkt im Auf- und Ausbau einer medizinischen Ambulanz, im Laufe des letzen Jahres ergänzt durch die gezielte Unterstützung des Kinderkrankenhauses in Munkacs. In der Zwischenzeit sind wir nicht nur auf medizinischem Gebiet tätig, sondern organisieren gemeinsam mit Service-Organisationen wie Lions, LEO, Rotary, Zonta und Inner Wheel Unterstützung für verschiedene andere Projekte. Ein weiterer Schwerpunkt unserer Arbeit - hier insbesondere in Zusammenarbeit mit LIONS INTERNATIONAL  - liegt in der Unterstützung eines Reformierten Gymnasiums im Südwesten der Karpatoukraine.


Aufgrund unserer seit 1996 bestehenden persönlichen Kontakte vor Ort können wir gewährleisten, dass die Hilfe wirklich dort ankommt, wo sie am dringendsten benötigt wird – bei den Menschen.

Das Projekt wirkt sich auch auf die Entwicklung demokratischer Strukturen in der Ukraine fördernd aus und ist so auch eine Unterstützung des Landes auf dem Weg zu Demokratie und Freiheit. Dies ist besonders bedeutsam, da die Region Transkarpatiens als Tor der Ukraine zum Westen die besten Voraussetzungen hätte, jedoch hat die EU-Erweiterung das Land vom Westen abgeschnitten. Durch die verschärften Kontrollen an der EU-Außengrenze ist der kleine Handel über die Grenzen, von dem viele Familien in Transkarpatien lebten, fast zum Erliegen gekommen. Die Armut wird größer, die wirtschaftliche Entwicklung stagniert, bei den Menschen stellt sich Resignation ein. Die sich alljährlich wiederholenden Energieversorgungskrisen im Winter  verschärfen die Situation der Menschen erheblich.

Die Ukraine ist das Armenhaus Europas geblieben - und die Karpatoukraine blieb das Armenhaus der Ukraine. So leben 30 % der Normalbevölkerung und 80% der Rentner unterhalb des Existenzminimums. Das Durchschnittsgehalt in der Karpatoukraine beträgt 166.71€ - offizielle Zahl des "staatlichen Komitees für Statistik.". Ein Kilogramm Brot kostet - je nach Qualität umgerechnet ca 0,30 bis 1,00 €,  1 kg Butter  ca 3,50€, ein Liter Milch ca 90 Cent.

Unser letzter Besuch  in der Region fand im Oktober 2014 statt. Dabei mussten wir erneut feststellen, wie wichtig es ist, das Projekt fortzusetzen. In der Region war vor einigen Jahren der Beginn eines wirtschaftlichen Aufschwunges erkennbar, es zeichneten sich langsam Verbesserungen der Situation der Menschen in der Karpatoukraine ab. Stellenweise waren bis 2009 im Vergleich zum Vorjahr deutliche Verbesserungen erkennbar. Dies hatte bereits dazu geführt, dass sich Hilfsorganisationen zurückzogen. Dass dies zu früh war, zeigt sich jetzt deutlich.   Die Wirtschaftskrise in Verbindung mit den politischen Entwicklungen im Land hat den leicht spürbaren Aufschwung zum Erliegen gebracht. Die Ukraine ist eines der Länder, die von der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskreise besonders betroffen sind. Die Teuerungsrate ist die höchste in Europa.  Nahrungsmittel sind in der Ukraine im letzten Jahr um bis zu 50% teuerer geworden. Die Zahl der Menschen, die unterhalb der Armutsgrenze leben müssen, ist deutlich angestiegen.

Es ist nicht nur die materielle Hilfe von Bedeutung, sondern es ist ebenso wichtig, den Menschen weiterhin das Gefühl zu geben, dass sie vom Westen nicht vergessen werden, ihre Not wahrgenommen wird und sie unterstützt werden, solange sie es benötigen.

 

 

Martina Scheufler und Stefanie Keilig